Instagram. Von Liebe und Hass zu einer Foto-App.

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Ich liebe Instagram, und manchmal hasse ich es auch. Mein Verhältnis zu dieser App ist leider ein wenig zwiespältig geworden. Auch wenn die positive Meinung noch überwiegt. Instagram hat mich von Anfang an fasziniert. Nicht zuletzt deshalb weil ich schöne Fotos mag und auch gerne meine eigenen Bilder mit der Welt teile. Ich kann gut nachvollziehen, dass viele Millionen Menschen in aller Welt begeisterte Nutzer dieses Sozialen Netzwerks sind. Wo sonst kann man seine Schnappschüsse live vom Markusplatz in Venedig oder meinetwegen auch vom Baggersee, oder richtig aufwendig bearbeitete Fotos einschließlich Retusche mittels Photoshop, einer riesigen Community zeigen und via „Like“ und Kommentar bewerten lassen. Das alles macht Spaß und ist eigentlich auch als Spaß gedacht. Zumindest für den nicht-kommerziellen Nutzer. Natürlich müssen Firmen, Profiblogger, und alle die mit ihrem Instagram Geld verdienen, die Sache ernster nehmen als Du und Ich. Ich habe mich vor etwa zwei Jahren bei Instagram angemeldet und erste Fotos hochgeladen. Thematisch habe ich mich für einen Mix aus „Daily-Outfits“ und Lifestyle entschieden. Wenn mich nun jemand nach dem Punkt Erfolg fragen würde, so müsste ich ihm sagen, eher mäßig. Zumindest was die Followerzahlen angeht. Es gibt erstaunlich viele Accounts von völlig unbekannten Leuten, die etliche Tausend oder Zehntausend Follower haben. Aber dazu später mehr.

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Was ich an Instagram gerne mag, ist die Möglichkeit, meine schönsten Fotos zu zeigen und die Meinung der anderen Nutzer zu hören, beziehungsweise zu lesen. Ich könnte mich stundenlang durch die verschiedenen Accounts wühlen und mir die oft wirklich wunderschönen Fotos anschauen. Und natürlich finden sich da auch immer nette Menschen mit denen man ins Gespräch kommt. Da gibt es aber auch so einige Dinge, die ich an Instagram nicht mag. An der Sache mit den Followern stört mich besonders, dass es vielen Nutzern nur darum zu gehen scheint, dass ihnen möglichst viele folgen. Die Anzahl der Follower ist diesen Leuten wichtiger als alles andere. Egoistisch und manchmal auch Rücksichtslos erstreiten sie sich neue Anhänger, und dabei ist ihnen jedes faire, und leider oft auch unfaire, Mittel recht. Wenn mir jemand neu folgt, dann freue ich mich natürlich und hoffe, er oder sie, tut es, weil Interesse an meinen Fotos besteht. Wenn es passt, dann folge ich auch schon mal zurück. Damit bin ich allerdings doch ein wenig vorsichtiger geworden. Und das hat seinen Grund. Das es den meisten ( Ja, nach meiner Erfahrung sind es die meisten ) nur darum geht das man baldigst zurückfolgt, war zunächst für mich doch eine etwas verstörende Erkenntnis. Denn tut man es nicht, verlässt einen der Neu-Follower recht schnell wieder. Das ist an sich ja kein Beinbruch, aber man fühlt sich aufs Kreuz gelegt und an der Nase lang geführt. Es gelingt damit aber durchaus, mehr Anhänger zu bekommen, denn nicht alle kriegen es mit wenn sie wieder entfolgt werden und bleiben hängen. Aus diesem Grund folge ich nicht mehr jedem gleich zurück. Damit erspare ich es mir, ständig nur als Mittel zum Zweck missbraucht zu werden.

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Mir erging es von Anfang an so, und ich weiß, andere Instagrammer haben ganz ähnliche Erfahrungen gemacht. Da frage ich mich ernsthaft, was treibt diese Leute dazu, sich mit solchen Methoden Follower zu erschleichen. Im Übrigen, ich entfolge auch wieder zurück wenn ich merke, dass da jemand dieses Spielchen bei mir versucht. Ich weiß aus Bloggerkreisen, dass es gerade bei ihnen auf die Anzahl der Follower ankommt, denn mögliche Kooperationspartner achten vor allem darauf wie groß die Reichweite des Accounts ist. Und da es, wie fast jeder weiß, sehr langwierig ist, auf ehrlichem Weg viele Follower zu bekommen, greifen viele darauf zurück, sich welche zu kaufen. Für ein paar Euro bekommt man ohne große Umstände einige Tausend Anhänger für seinen Account. Und wer will, kann sich sogar noch ein paar Likes dazu kaufen. Ganz ehrlich, ich würde es nicht tun, denn erstens ist es unfair gegenüber Nutzern die auch ohne Schummelei Freude am Fotos teilen haben, und zweitens geht Instagram regelmäßig gegen sogenannte „Fake-Follower“ vor und löscht diese auch. Von daher ist der Spaß an den 10k oder mehr auf der Followerliste oft nur von kurzer Dauer.

Wenn ein Account mit mehreren Tausend „Verfolgern“ pro Foto nur gerade mal Likes in zweistelliger Höhe bekommt, dann stimmt etwas nicht. Dann sind die meisten seiner Follower augenscheinlich Bots. Also Profile die gekauft wurden und nur dazu da sind, die Followerliste zu füllen, die aber keinerlei Nutzen für die Kommunikation haben. Ich habe den Eindruck das es diesen Nutzern auch gar nicht wichtig ist, dass sie von echten Menschen gelesen werden. Die Hauptsache ist, dass sie eine scheinbar riesige Reichweite und einen hohen Bekanntheitsgrad haben. Der ist dann aber genauso unecht wie die ganze Anhängerschaft. Ich habe mich anfangs oft gefragt, wie ein Account mit eher durchschnittlichen Fotos ( jedenfalls sind sie nicht unbedingt schöner als meine ) an dermaßen viele Follower kommt. Bis ich ( Oh Wunder! ) dahinterkam, dass man sich seine „Bekanntheit“ auch kaufen kann. Seitdem sehe ich solche Profile in einem anderen Licht. Ich lasse jeden machen was er möchte, aber ich betrachte diese Nutzer jetzt eher als Menschen die einfach nur geltungsbedürftig sind. Ich finde es einfach Schade, dass solche Leute Instagram nur nutzen um ihr Geltungsbedürfnis und ihre Eitelkeit zu befriedigen.

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Ich lasse mir aber davon nicht den Spaß an der Foto-App nehmen. Denn ehrlich gesagt, mit solchen kleinen Betrügereien erreichen diese Nutzer ja doch nicht, dass sie reich und berühmt werden, auch wenn sie so tun als ob. Von daher sind das für mich nur kindische Spielereien von Menschen denen es offensichtlich an Ehrlichkeit fehlt, und die wenig bis kaum Sinn für Fairness haben. Ich würde es mir nicht einfallen lassen, mir Follower zu kaufen. Manche mögen mich für dumm halten, aber ich denke, dass es allemal fairer und gerechter ist gegenüber anderen, ebenfalls ehrlichen Instagrammern, wenn man den Dingen einfach ihren Lauf lässt und wartet bis sich echte Follower einfinden, die einen lesen und die auch mal ein wenig Kommunikation suchen. Sich selbst belügen, in dem man versucht mit gekauften Profilen Eindruck zu schinden, ist meiner Ansicht nach der falsche Weg um sich im Netz einen guten Namen zu machen.

Fast alles lässt sich mit Geld kaufen, sogar Follower. Aber ich enthalte mich dieser Methoden und genieße einfach die tollen Bilder die täglich auf meinem Instagram-Feed erscheinen, und lasse mich von den zahllosen Accounts inspirieren. Ich sehe Instagram als Spaß und Möglichkeit Fotos zu posten von denen ich meine, dass sie es wert sind, meiner Timeline gezeigt zu werden. Ich verdiene kein Geld damit, und von daher ist es für mich einfach Quatsch so zu tun, als ob ich eine bekannte Internetgröße sei. Ohne an die Ehrlichkeit der Menschen zu appellieren ( wäre sowieso zwecklos ), erfreue ich mich einfach weiterhin an meinem kleinen Account mit nur wenigen Followern, von denen mich aber die meisten wirklich lesen und von denen ich weiß, dass sie echt sind.

In diesem Sinne, liebe und ehrliche Grüße, eure Barbarella 

 

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