Egal oder nicht egal – Das ist hier die Frage.

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Wie oft bekommt man zu hören „Das kann Dir doch egal sein.!“ Ziemlich oft sogar. Manchmal sogar in Zusammenhang mit der Nachfrage nach dem persönlichen Ergehen einer Person. Okay, zumindest wenn jemand extrem unhöflich, oder extrem mürrisch und übellaunig ist. Aber mal ehrlich, wann ist uns denn wirklich mal alles egal? Und kann man denn überhaupt die Einstellung pflegen, dass man sich rein gar nichts aus einer Sache macht? Wenn ich mich über Dinge beschwere über die ich der Ansicht bin, dass sie unhaltbar sind, dann kommt garantiert jemand und torpediert meine Ansicht darüber mit einem „Ist mir doch Scheißegal.!“ Gut, ich lasse jedem seinen persönlichen Standpunkt über etwas, denn schließlich geht es mich ja nichts an was ein anderer über eine Angelegenheit denkt. Aber ich muss dennoch zugeben, dass mich dieses absolute Desinteresse irgendwie komisch berührt. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass es da draußen Menschen gibt, denen vollkommen alles egal ist. Außer ihrem täglichen Fernsehprogramm, dem mehr oder weniger geregelten Essen und Handyempfang. Oft denke ich mir dann, was machen diese Leute wenn ein Krieg ausbricht, eine Katastrophe sich ereignet, oder, was man nie hoffen will, dass jemand schwer erkrankt. Denken sie dann immer noch so, oder wird ihnen wenigstens dann bewusst, wie kritisch die Lage sein kann. Und vor allem, sie selbst können durchaus von einer Situation direkt betroffen sein, auch wenn es zunächst mal nicht danach aussieht.

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Die Ignoranz der Menschen ist immer wieder überraschend, obwohl man ihr tagtäglich und ständig begegnet. Natürlich, man muss sich davor schützen, an den Problemen des Lebens zugrunde zu gehen. Und dazu gehört eben auch, dass man einen Schutzschirm um sich bildet, der wenigstens die schlimmsten Dinge von uns abhält. Sonst würden wir wahrscheinlich vieles gar nicht ertragen. Ich sage ja nicht, dass die Leute sich verrückt machen sollen, weil irgendwo wieder irgendetwas passiert ist. Aber ein bisschen mehr Sorge um unser Umfeld und um unsere Zukunft kann nicht schaden. Denn wir alle sind doch mehr oder weniger betroffen von dem was sich um uns herum abspielt. Wie kann es uns dann völlig egal sein, wohin die Entwicklung geht, und warum sind so viele Menschen nicht mehr in der Lage bewusst zu empfinden, wenn etwas möglicherweise gefährlich oder bedrohlich ist. Sind wirklich so viele schon abgestumpft und unempfindlich geworden? Ich lese täglich Kommentare in den Sozialen Netzwerken von Nutzern die es scheinbar stört, wenn andere von ihren Sorgen und Ängsten berichten. Dann heißt es nur „Lasst mich in Ruhe mit eurem Kram!“ oder eben dieses „Ist mir doch Egal.!“ Klar, ich sorge mich auch nicht ständig darum wie es Fremden geht, sie tun es schließlich mit mir auch nicht, aber diese Antworten zeigen mir, wie wenig berührt sich Menschen gegenüber Situationen oder öffentlichen Geschehnissen zeigen.

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Ganz schlimm finde ich es wenn man Menschen die sich Sorgen um politische Entwicklungen machen, unterstellt, sie hätten radikale Ansichten. Das sind meiner Meinung nach in vielen Fällen ungerechtfertigte Vorurteile, die ganz sicher nicht auf jeden zutreffen. Auch wenn ich hier nicht weiter auf politische Themengebiete eingehen möchte ( Es gibt dafür genug andere Blogs ) so sage ich dennoch, dass es eine völlig falsche Einstellung ist, Menschen zu diffamieren nur weil sie sich Sorgen machen. Wenn man nicht einmal das mehr darf, wo soll das hinführen? Sich sorgen ist eine ganz natürliche Regung. Warum ist das plötzlich falsch und/oder nervig? Ihr seht, ich stelle mir da eine ganze Menge Fragen. Mir ist es nicht egal, was um mich herum passiert. Auch wenn ich nicht mit Schnappatmung auf der Couch liege wenn die Nachrichten wieder mal den Weltuntergang beschwören. Trotzdem sage ich dann mit Fug und Recht wenn mich etwas stört oder mir angst macht. Menschen die ständig nur in diesem „Egalmodus“ leben, leben scheinbar in einer Art Blase in der sie, wie sie glauben, sicher und geschützt, existieren. In Wahrheit aber können sie jederzeit von unangenehmen Dingen betroffen werden. Ich hoffe, sie sind dann nicht allzu überrascht. Denn wenn man nur die Augen vor der Wirklichkeit verschließt, trifft sie einen meist umso härter wenn sie sich offenbart.

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Leute, bevor ihr das nächste Mal wieder vorschnell sagt „Das ist mir doch egal!“ oder bevor ihr Menschen die sich vor etwas fürchten, diffamiert und verurteilt, versetzt euch mal in deren Lage, auch wenn das zu viel verlangt ist. Es ist weder Feigheit noch Bosheit wenn jemand Sorgen äußert oder wenn er sich etwas von der Seele reden möchte. Ich kann mir kaum vorstellen, dass es Menschen gibt, die völlig fern jeglicher Empathie leben. Denen es auf gut deutsch gesagt „am Arsch“ vorbei geht, wenn ein anderer Probleme mit etwas hat, oder wenn er sich Sorgen macht. Früher wurde niemand an der Pranger gestellt, wenn er sich besorgt zeigte. Heute wird man dafür mit Vorurteilen belegt oder als Nervensäge abgetan. Das ist für mich auch eine besorgniserregende Entwicklung. Muss ich denn alles für gut oder harmlos halten? Nein, muss ich nicht! Ich bin ein Mensch und habe Gefühle und eigene Gedanken. Wenn ich nur noch angepasst leben darf, dann bin ich kein selbstständig denkender Mensch mehr, sondern ein Roboter der auf fremde Meinungen programmiert wurde. Und der keine menschlichen Regungen mehr hat. Und solange man Mensch ist, sind einem eben manche Dinge nicht egal!

Sicherlich werde ich auch weiterhin „Ist mir doch egal!“ zur Antwort bekommen, wenn ich Bedenken äußere. Aber ich werde es trotzdem tun, denn meine Gedanken und Gefühle zu verbergen nur weil andere davon genervt sind, würde bedeuten, dass ich aufhöre Ich selbst zu sein. Dann müsste ich ständig nur noch nach der Meinung und Anschauung anderer Menschen leben, und das ist nicht Sinn der Sache die man Leben nennt. Ich kann jeden nur dazu ermutigen, zu seinen Gefühlen zu stehen, sie auch mal kundzutun. Auch wenn negative Reaktionen folgen. Vielleicht sehen sich die „Egal“-Typen auch mal vor eine Situation gestellt, die ihnen Bedenken verursacht. Und vielleicht erkennen sie dann, dass es nichts verwerfliches ist, seinen Sorgen Ausdruck zu verleihen.

In diesem Sinne, ganz unbesorgte Grüße, eure Barbarella ♥

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