Von Rebellion im Alltag – und warum wir auch mal Nein sagen dürfen

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Ich musste lachen als mir die Idee zu diesem Beitrag kam. So lange ich mich erinnern kann, bin ich ein rebellischer Geist. Ich muss die Dinge hinterfragen, ihren Sinn in Frage stellen und mich auch mal dagegen auflehnen. Das habe ich schon als Kind getan, und ich glaube, ich habe diesen Drang mit den Jahren noch intensiviert. Ich nenne es nicht Angewohnheit, denn gegen etwas zu rebellieren hat nichts mit Gewohnheit zu tun. Es ist eher eine Einstellung die man hat oder nicht hat. Das Teenager gerne rebellieren wissen wir alle. Fast jeder von uns hat es in der Schule oder auch im Elternhaus mal gewagt, die nervliche Belastungsgrenze der Lehrer oder der Eltern zu erproben. Aber wer es wagt, im Erwachsenenalter noch seine Faust zu erheben, der wird nur allzu oft belächelt oder auch als närrisch oder aufrührerisch abgetan. Aber mal ehrlich: Wie oft haben wir zumindest in Gedanken einen Aufstand gegen den Chef, unsere Nachbarn, oder gegen quengelnde Internet-Trolle gemacht. Dass gegen Politiker die das Missfallen des Einzelnen erregen, auch gerne mal rebelliert wird, na lassen wir es gut sein und gewähren wir den Menschen die Freiheit ihre Meinung kundzutun.

Wenn meine Nachbarin mich schon früh morgens mit ihrer Klingeltour nervt, dann sprießen Gedankenwelten in meinem Kopf, in denen ich Mausefallen in ihren Briefkasten lege, oder eine Stinkbombe irgendwo im Treppenhaus deponiere. Hach, es ist doch irgendwie schön und auch erleichternd, wenn man seinem inneren Ärger, den man gegen bestimmte Leute hegt, ein kleines bisschen Ausdruck verleihen kann. Und sei es auch nur gedanklich. Nehmt es mir nicht allzu übel wenn ich hier offen bekenne, dass ich schon vor Jahren einmal eine Essenz im Haus ausgelegt habe, die nicht nach Veilchen duftete. Ich konnte einfach nicht mehr anders. Meine Nachbarn übten sich so fleißig  im strapazieren meiner Nerven, dass ich mir nicht mehr anders zu helfen wusste, und der Gedanke an ihre Reaktionen erheitert mich noch heute. Ich denke, da hat sicherlich auch eine ordentliche Prise jugendlicher Rebellion mitgewirkt. Ich kann aber versichern, niemand hat Schaden genommen, und es hat auch niemand einen Verdacht gehegt. Es wurde gründlich geputzt und der Mief war Geschichte.

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Wenn wir jung sind, dann erwartet man heutzutage fast schon von uns, dass wir protestieren, dass wir zeigen wenn uns etwas nicht passt. Kinder die ruhig und still alles hinnehmen was man an sie heranträgt, sind pflegeleicht und geben niemals Anlass zur Beschwerde. Jung sein bedeutet aber auch das wir versuchen uns mitzuteilen. Und das auch mal lautstark. Ruhig sein können wir im Alter immer noch. Es fällt mir ein bisschen schwer, die politische Rebellion hier so völlig außen vor zu lassen, aber ich tue dies bewusst, weil dies Erstens kein politisches Blog ist, und Zweitens weil es mir zu anstrengend wäre, hier sich stark unterscheidende Meinungen und damit verbundene Meinungsverschiedenheiten zu diskutieren. Dieser Beitrag ist dem Thema Rebellion gewidmet, weil ich vor allem im Internet, aber auch im Alltag solche kleinen Aufstände täglich erlebe. Und weil ich mich sehr gut mit ihnen identifizieren kann.

Kürzlich rief mich eine Freundin an und beklagte das aufrührerische Verhalten ihres Sohnes der gerade im Teenageralter ist, und ich erinnerte mich an meine eigenen kleinen Aufstände zuhause als ich in dem Alter war. An so manche großen und kleinen Reibereien mit den Eltern, Freunden, und ja, auch manchmal mit den Lehrern. Alles halb so schlimm, und man sollte es den Kindern auch nicht zwingend verbieten, zu sagen, wenn ihnen etwas nicht gefällt. Ich riet meiner Freundin dann auch, sich nicht aufzuregen ( auch wenn das oft leichter gesagt als getan ist ), und Geduld zu haben. Denn mit dem Heranwachsen lernen Kinder meist auch, mit ihren Emotionen zu haushalten und nicht wegen jeder Kleinigkeit die Wände hochzugehen. Denn auch wenn die erhobene Faust oft als Symbol für Rebellion verwendet wird, es muss nicht gleich mit Gewalt gegen eine Sache vorgegangen werden. Oftmals genügt auch schon ein wenig geschickte Diplomatie um eine Wendung einzuleiten.

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Das man auch jenseits der Dreißig ein Rebell sein kann und darf, dafür bin ich selbst bestimmt ein gutes Beispiel. Ich sage was ich denke und kassiere dafür auch schon mal die eine oder andere Abfuhr. Damit muss man aber rechnen, wenn man nicht der typische Ja-Sager ist. Ich bin ein schwieriger, kantiger Mensch mit Ansichten die nicht immer mit denen anderer Leute konform gehen. Meine Lehrer und Eltern waren schließlich auch nicht immer begeistert, wenn ich ihnen zu verstehen gab, dass die Schule mal wieder nervt, oder dass der Besuch bei den Verwandten gerade nicht so gelegen kommt. Ein bisschen Rebellion schadet niemandem. Man muss ja nicht gleich die Welt aus den Angeln heben. Aber man muss auch nicht zu allem Ja und Amen sagen.

In diesem Sinne, rebellische Grüße von eurer Barbarella ♥

 

 

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