Höflichkeit Adieu, du musst gehen – Umgangsformen auf dem Weg ins Nirvana

play-stone-1744656_1280

In der letzten Zeit habe ich mich öfter gefragt, ob es stimmt, dass der Ton im Netz und auch im realen Alltag rauer geworden ist, oder ob das alles bloß Einbildung ist. Da ich viel im Netz unterwegs bin, und auch sonst gerne mit diversen Themen die eine oder andere Diskussion auslöse, kann ich nur bestätigen, dass es durchaus einigen Menschen an der gebotenen Höflichkeit mangelt. Man stößt ein Thema an und gibt seinen Gesprächspartnern Gelegenheit sich zu äußern. So weit so gut. Ich sage ja auch nicht, dass nicht auch mal hitzig und kontrovers gestritten werden soll. es geht mir eben nur darum, in welchem Tonfall das Ganze geführt wird. Wenn einem völlig fremde Menschen bei einer Diskussion im Netz anblaffen und sich aufführen wie gestresste Vorschullehrer, dann platzt mir gerne mal der Kragen. Dann frage ich mich wirklich, ob diese Leute keine Erziehung genossen haben, die ihnen vermittelt, dass man seine Gesprächspartner nicht wie unartige Kinder behandelt. Wo bleibt der Respekt und vor allem die Höflichkeit? Auch wenn die Verkäuferin an der Kasse im Supermarkt mal wieder patzig ist weil sie schlechte Laune hat, oder weil ihr der Job nicht wirklich zusagt, oder wenn der Nachbar sich mal wieder über die Blätter auf der Fußmatte beschwert, und allzu barsch wird in der Wahl seiner Worte, ich versuche solchen Leuten stets durch ein Lächeln den Wind aus den Segeln zu nehmen. Manchmal klappt das, manchmal nicht. Im Internet ist es schwieriger, unhöflichen Menschen zu zeigen, dass man mit ihrem Tonfall nicht einverstanden ist. Man kann es ihnen mit Ruhe und netten Worten mitteilen, was leider in den meisten Fällen entweder ignoriert, oder noch häufiger, mit einer Schimpftirade beantwortet wird. Mir ist klar, dass sich im Netz viele Leute tummeln, für die Benehmen, Höflichkeit und Anstand Fremdwörter sind, weil sie es nie gelernt haben.

face-1370956_1280

Höfliche und respektvolle Kommunikation sollte aber das A und O im Dialog mit Mitmenschen sein. Leider mache ich vor allem im Internet oft die Erfahrung, dass eine nicht geringe Anzahl Zeitgenossen sich ihrer schlechten Umgangsformen entweder gar nicht bewusst ist, oder mit voller Absicht ihre Gesprächspartner damit verärgert, dass sie einen Ton und eine Ausdrucksweise an den Tag legen, bei dem einen wirklich der Geduldsfaden reißt, und man am liebsten den Betreffenden packen und schütteln und ihm klarmachen möchte, dass es so nicht geht, nicht in diesem Ton!

Mir wurde schon als Kind gelehrt, dass man Menschen mit angemessenem Respekt begegnet, und für mich ist das bis heute selbstverständlich. Ich muss gestehen, dass es mich ärgert, und auch nicht wenig reizt, wenn mir jemand mit patzigen Worten gegenübertritt, auf die ich in aller Regel nicht einmal gefasst bin. Im Netz ignoriere ich diese Person meistens, im echten Leben zahle ich mit barer Münze zurück. Was denn auch sonst? Ich bin keiner der sich einschüchtern lässt von Leuten, die die Grenzen des respektvollen Miteinanders derart ausreizen. Auch bei hitzigen Diskussionen kann man durchaus die Contenance bewahren. Es gibt natürlich immer Menschen denen die gute Kinderstube fehlt. Weiß ich bei jemanden um diesen Umstand, dann meide ich ihn so gut es geht. Nicht aus Feigheit vor der Konfrontation mit schwierigen Charakteren, sondern eher um meine Ruhe zu behalten, um nicht unnötig, und wegen ein paar unbedacht geäußerten Worten, meinen inneren Frieden einzubüßen.

Wer mir unfreundlich begegnet, darf nicht damit rechnen, dass ich ihm gegenüber nett und zuvorkommend bin. Im Internet ermöglicht es die Anonymität, schlechte Charaktereigenschaften und fehlende Erziehung zu Tage treten zu lassen. Auch wenn man damit leben muss, ich finde es unangemessen, und wer so handelt, präsentiert sich seinen Mitmenschen im denkbar schlechtesten Licht. Ich jedenfalls denke mir mein Teil über solche Leute und vielleicht sollten mal mehr Menschen darüber nachdenken, ob sie nicht doch mit guten Umgangsformen im Leben weiter kommen, als mit nervtötendem Herumgezicke.

In diesem Sinne, sehr höfliche Grüße von eurer Barbarella ♥

Advertisements

2 Kommentare zu „Höflichkeit Adieu, du musst gehen – Umgangsformen auf dem Weg ins Nirvana“

  1. Ach Liebes, leider bin auch ich ja jetzt über die fehlende Netiquette gestolpert… Immerhin: Nebst all jenen, die sich nicht mehr zu benehmen wissen, gehen oftmals jene User unter, die wir umso mehr lieben, weil sie in einer Selbstverständlichkeit die Gesetze der Achtsamkeit befolgen. Freuen wir uns lieber über die und vergessen sie nicht, während wir alles Andere bedenkenlos loslassen! ❤

    Gefällt 1 Person

    1. Du hast absolut recht. Ich halte mich auch so gut es geht zurück mit der Schreiberei auf Twitter. Doch zu gerne sagt man mal was man denkt, und gerade dafür kassiert man dann blödsinnige Kommentare und Anfeindungen. So sind die Menschen. Darum: Wir halten uns an jene, die wir kennen und denen wir vertrauen ♥

      Gefällt 1 Person

Kommentare sind geschlossen.