Heimat – was ist das eigentlich? Eine oft gestellte Frage und viele Antworten.

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Ein Artikel in einem Magazin lieferte mir die Inspiration zu diesem Beitrag. Auch hier lautete die Frage: „Heimat – was ist das eigentlich?“ Für mich bedeutet Heimat mein Zuhause, der Ort an dem ich aufgewachsen bin. Mein Elternhaus, meine Heimatstadt, in der ich zur Schule ging und Freunde hatte, und wo ich mich stets wohl und behütet fühlte. Wenn ich aus dem Fenster schaue, den Lindenbaum vor dem Haus, und die Nachbarschaft sehe, und mich an all die Dinge aus meiner Kindheit erinnere. Dann überkommt mich dieses Heimatgefühl. Ein ganz spezielles Gefühl für mich, dass mich überallhin begleitet, egal wo ich mich aufhalte, ich nehme dieses Gefühl mit mir. Es vermittelt mir Sicherheit, Geborgenheit und Vertrauen. Ich weiß, es gibt einen Ort an den ich gehöre, an dem ich mich einfach wieder so fühle wie als Kind. Die Umgebung meiner Heimatstadt, die vertrauten Straßen und Plätze, die ich schon mit meiner Familie oder engen Freunden besucht habe, und an denen die Erinnerung an sie noch lebendig ist. Mag auch jeder eine andere Vorstellung vom Begriff „Heimat“ haben, für mich jedenfalls bedeutet er immer das Zuhause meiner Kindheit. Sicherlich gibt es Menschen für die „Heimat“ ein dehnbarer Begriff ist. Die sich überall heimisch fühlen können. Klar, wenn ich an meinen Lieblingsurlaubsort komme, dann habe ich ein wenig das Gefühl, dass es schon so etwas wie ein zweites Zuhause ist. Aber als meine Heimat kann ich keinen anderen Ort begreifen als meine Heimatstadt.

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Menschen die viel reisen, ob nun beruflich oder aus reinem Vergnügen, betrachten viele verschiedene Orte auf der Welt als ihre Heimat. Das Heimatliebe derzeit kritisch betrachtet wird, kann ich nicht nachvollziehen. Für mich ist mit Heimatliebe nichts Böses oder gar Extremistisches verbunden. Heimatliebe ist ein Gefühl, dass wohl alle Menschen auf der Welt kennen, und keiner von ihnen käme auf die Idee damit irgendwelche Arten von politischem Radikalismus zu verbinden. Das man angefeindet wird, wenn man nur das Wort Heimat erwähnt, ist für mich, lasst es mich klar sagen, einfach nur blödsinnig und völlig daneben. Wie kann man den Ort seiner Kindheit, seiner Wurzeln, an dem man sein Heim und seine Familie hat, einfach so gedankenlos abwerten, und alles was damit in Verbindung steht, radikal ablehnen. Das wäre für mich unvorstellbar. Es ist leider ein Ungeist in unserem derzeitigen Zeitgeist, der so viele Menschen dazu treibt, das Gefühl der Heimatverbundenheit anzuprangern, und jeden zu diffamieren der sich zu seiner Heimat bekennt. Für mich ist und bleibt das unbegreiflich. Für mich würde es sich anfühlen, als würde ich meine Familie, und all das was mich im tiefsten Inneren betrifft, auslöschen wollen.

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Ein Reisender der schon viele Orte auf dieser Welt besucht hat, und sich sicherlich an vielen wohl und auch heimisch fühlt, mag ein anderes Verständnis von Heimat haben, als jemand der nur selten andere Orte bereist. Aber eins ist gewiss: Jeder hat eine Heimat. Sogar Menschen aus den entlegensten Gebieten unseres Planeten haben eine Heimat. Und wir können sicher sein, dass diese Menschen ihre Heimat lieben und jederzeit für sie eintreten. Und das, ohne sich schuldig zu fühlen, oder ihre Heimatliebe als etwas Schlechtes oder Böses zu begreifen. Ich war schon an vielen, sehr schönen Plätzen dieser Welt, aber an keinem fühle ich mich so wohl und geborgen, wie in meiner Heimatstadt. Im Übrigen: Das ein Mensch auch für sein Land einen gewissen Stolz empfindet, ist kein Verbrechen. Schaut euch mal überall im Ausland um. Sicher werdet ihr auf euren Urlaubsreisen schon bemerkt haben, dass die Menschen dort ebenfalls stolz auf ihr Heimatland sind. Die Nationalflagge am Haus ist übrigens nicht nur in den USA sehr häufig zu sehen. Auch in vielen anderen Ländern zeigen die Menschen offen den Stolz, den sie für ihr Heimatland empfinden. Diese Liebe zu ihrer Heimat kommt aus den Herzen der Menschen! Und garantiert würden sie einen Verständnislos anschauen, wenn man behaupten würde, seine Heimat zu lieben sei verwerflich.

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Ich muss zugeben, dass es mich schmerzt, wenn ich sehen muss, wie stark sich meine heimatliche Umgebung verändert. Natürlich ist Veränderung immer ein Teil unseres Lebens, aber wenn all das was mir lange Zeit vertraut war, plötzlich und radikal sein gesamtes Gesicht verändert, dann ist das, als würde man mir einen Teil meines Körpers wegnehmen. Manche werden mich für diese Meinung wieder kritisieren, und einige werden mir vielleicht sogar politisch rechte Tendenzen unterstellen. Gegen diese Ansichten kann ich nichts machen. Ich kann den Leuten nicht ihre Meinung nehmen oder ändern. Aber ich persönlich bin der Ansicht, dass es nichts damit zu tun hat, auf welcher Seite man politisch steht, sondern damit, wie wichtig einem die Orte und die Menschen sind, mit denen man aufgewachsen ist.

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Es mag schon sein, dass man auf Reisen einmal den Eindruck gewinnt, dass es viele Orte gibt, an denen man sich zuhause fühlen könnte. Und man soll sich auch nie vor neuen Eindrücken verschließen, aber ich bin sicher, dass man an keinem anderen Platz auf der Welt ein vergleichbares Gefühl von Geborgenheit und Vertrauen empfindet, als dort wo man aufgewachsen ist. Wo man die wichtigsten und prägnantesten Jahre seines Lebens verbracht hat. Und seien wir doch mal ehrlich: So sehr sich manche Menschen auch vor diesem Gefühl verschließen wollen, sie hängen in Wahrheit tief in ihrem Inneren genauso an ihrer Heimat wie jene, die sich ganz offen dazu bekennen. Und alle jene, die tatsächlich so empfindungslos sind, dass ihnen jegliches Heimatgefühl abhanden gekommen ist, tun mir ein wenig leid. Ihnen entgeht der Wert des Gefühls, zu wissen, dass sie an einen bestimmten Ort gehören, der ihnen immer einen beschützenden Platz im Kreis ihrer Familie bietet.

Ich denke, gerade in unserer schnelllebigen, und sich sehr verändernden Zeit, sollten wir alle wieder mehr Wert auf unsere Heimat legen, statt uns und andere für diesen Gedanken zu tadeln oder gar zu diffamieren. Wir alle haben einen Ort, den wir mit Familie, Schutz, Geborgenheit und diesem Gut-Aufgehoben-Sein verbinden. Und das ist doch schließlich alles andere als negativ, oder?

In diesem Sinne, heimatliche Grüße von eurer Barbarella ♥

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4 Kommentare zu „Heimat – was ist das eigentlich? Eine oft gestellte Frage und viele Antworten.“

  1. Wunderbare Zeilen, einmal mehr, meine Liebe! ❤ Ich kann Dir nur zu gut nachfühlen… Auch meine Heimat hat sich stark verändert, dabei bin ich mit 27 Jahren erst bedingt alt. Aber aus "meinem" schmucken 730-Seelen-Dörfchen ist inzwischen ein 1300-Anwohner-Geschwür in der Landschaft geworden, leider. Nahezu alles, was vor noch nicht allzu lange Zeit war, ist jetzt nicht mehr, wie etwa die grünen Wiesen, auf denen ich im Winter Schlitten gefahren bin… Es schmerzt mich ebenso. Umso mehr freue ich mich dann auf meine wahre Herzensheimat im fernen Ungarn, wo Tradition noch gelebt und erhalten wird – zum Glück.

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    1. Hallo mein Schatz, ich freue mich, dass dir mein Beitrag gefällt. Und ja, es ist schmerzlich zu sehen, wie alles was einem je vertraut war. langsam aber sicher ins Reich der Erinnerung abgleitet. Ich versuche mir zumindest, die Heimat so wie ich sie mal kannte, im Herzen zu behalten.

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  2. Hallo liebe Barbarella. Ich bin eine Freundin von napgyermek. Könnte zwar ihre Mutter sein vom Alter her, und wir haben eine schöne Freundschaft.
    Eine Freundschaft kann auch Heimat sein, da man sich dort wohlfühlt.
    Ich lebte lange im Ausland, genauer gesagt in Spanien und Frankreich, sowie USA.
    Wir, das heisst deutsche Freunde von mir, und ich diskutierten auch über das Wort „HEIMAT“. Dieses Wort, so in seiner Bedeutung gibt es nur in der deutschen Sprache. Wir konnten kein Wort, in keiner von uns gesprochenen Sprache finden, welches die genaue Bedeutung hat von HEIMAT.
    Die Spanier, sagen zwar wo sie geboren sind, das ist jedoch nicht wirklich Heimat, oder ?
    Ich habe an vielen Orten gelebt. Heimat fühle ich nur in der Schweiz. Da wo meine Wurzeln sind.
    Mein Motte für 2017 ist: Back to the Roots /Basics. Zurück zu den Wurzeln. Und damit verbinden ich Heimat. Die Schweiz ist (noch) ein schönes Land.

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    1. Genau so denke ich auch. Heimat ist da wo man seine Wurzeln hat. Für mich ist Heimat immer da wo ich aufgewachsen bin, und wo meine Familie lebte, und teilweise noch lebt. Nur dort fühle ich wirklich eine innige Verbundenheit, auch wenn ich es an vielen Orten an denen ich bereits war, auch schön fand und mich wohlfühlte. Aber nur zu meinem Heimatort fühle ich diese starke Nähe und Geborgenheit. Natürlich ist Heimat etwas, was jeder anders interpretiert 😉 Liebe Grüße in die Schweiz 🙂

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