Mit Freunden über alles reden – Kann man das wirklich?

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Heute früh kam mir ein Gedanke der mich dazu anregte, mich mal näher mit der Beziehung zu meinen Freunden zu befassen. Die Frage, wie eng man so eine Freundschaft eigentlich knüpfen sollte, drängte sich mir auf. Ich habe zwar nicht sehr viele Freunde, aber die wenigen die ich habe, sind mir lieb und wert. Trotzdem gibt es diese Situationen zwischen uns, die sich in der letzten Zeit häufen. Gerade weil ich meine Freunde schon lange kenne und wir uns auch in vielem ähnlich sind, erzähle ich ihnen natürlich auch mal Dinge die sehr Persönlich sind, und die daher eigentlich nicht vor außenstehenden Personen auf den Tisch gelegt gehören. Das wäre die Notiz an mich! Unglücklicherweise neige ich ein wenig zur Vertrauensseligkeit. Ich tausche mich gerne mal mit Freunden über Alltagsprobleme aus, weil ich der Ansicht bin, dass es Vertrauen schafft, wenn man sich öffnet und nicht nur über die schönen Seiten seines Lebens spricht.

Leider kommen solche Themen bei vielen Menschen falsch an. Spreche ich im Freundeskreis über gesundheitliche Probleme wird mir bereits ein schleichender Alterungsprozess unterstellt. Okay, mit Ü30 ist man kein Kind mehr, aber jetzt schon alles mit dem Alter erklären zu wollen, scheint mir dann doch aus der Luft gegriffen. Viele Gesundheitsprobleme haben nämlich nichts mit dem Alter zu tun, sondern liegen auf vielfältigen äußeren Einflüssen begründet. Ich habe auch oftmals ein wenig den Eindruck, dass manche Freunde sich je nach Gesprächsthema dazu angeregt fühlen, mit mir in einen Konkurrenzkampf zu treten. Das finde ich sehr nervig und unnötig.

Das nimmt mir die Freude daran, mich über Alltägliches mit Freunden auszutauschen, weil ich dann damit rechnen muss, dass sie alles falsch auslegen, anfangen zu sticheln und mich in einem völlig falschen Licht betrachten. Ich unterstelle ihnen noch nicht mal eine böse Absicht, denn möglicherweise ist es einfach nur ein Teil ihres Charakters. Das ich mich daran störe, ist eben ein Teil meines Charakters. So groß können die Unterschiede zwischen Freunden manchmal sein. Ich versuche es zu ignorieren und nicht zu einer Gefahr für meine Freundschaften werden zu lassen. Aber mir fällt das schwer. Und ich sehe mich gezwungen, meine nächsten Gesprächsthemen im Freundeskreis weniger Persönlich und Privat ausfallen zu lassen. Dann werden sich unsere Themengebiete eben mehr um Belangloses drehen. Zumindest bei jenen Freunden von denen ich weiß, dass sie so reagieren.

Manche Verhaltensweisen von Menschen, gerade von Freunden, machen mich doch betroffen. Ich habe schon oft den Rat bekommen, doch lieber nicht alles vor Fremden breit zu treten, denn viele Dinge aus dem Privatleben sind nicht für die Ohren anderer bestimmt. Tatsächlich kam ich zu der Erkenntnis, dass diese Ratschläge absolut richtig waren. Ich denke mir dann, dass ich doch den Mund gehalten hätte. Dafür ist es aber meistens zu spät, wenn die Freunde schon alles über einen wissen. Zu vertrauensselig sollte man eben nicht sein! Auch die besten Freunde bleiben bis zu einem gewissen Grad Fremde. Sie erreichen nicht den Vertrauensstatus von Familienangehörigen. Darum wird es mir eine Lehre sein, nicht alles auszuplaudern nur weil man gerade einen „besten Freund“ vor sich hat. Was der in Wahrheit über einen denkt, ist oft alles andere als freundschaftlich. Nach meiner Erfahrung betrifft dieses Problem meist Freundschaften mit Frauen. Männer neigen eben doch weniger zu diesem berühmt-berüchtigten „Zickenkrieg.“ Den ich übrigens für total albern und überzogen halte!

Wie dem auch sei, ich habe wieder etwas gelernt in Sachen Umgang mit den Mitmenschen. Auch Freunde verdienen es nicht immer, dass man ihnen seine innersten Angelegenheiten vor die Füße schüttet. Nicht umsonst herrscht bei einigen Berufsgruppen eine Schweigepflicht. Das werde ich mir künftig zu Herzen nehmen und über allzu Vertrauliche Themen lieber schweigen. Ich war von der Annahme ausgegangen, dass es hilfreich ist, sich unter Freunden etwas von der Seele zu reden. Das diese Aktion nach hinten losging, damit hätte ich zwar rechnen müssen, aber wie das eben so ist: Hinterher ist man immer schlauer.

In diesem Sinne, freundschaftliche Grüße von eurer Barbarella ♥

 

 

 

 

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